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Ahnenforschung in München

Welche Gruppen von InteressentInnen kann man sich hier vorstellen?

Echte Münchner
seit vielen Generationen hier geboren. Sie wollen selten auf Dauer woanders hin, sind aber eher entspannt, verwurzelt, müssen an nichts festhalten.
Ihre Ahnen leben seit langem in München.

Auswanderer
in andere Gegenden Deutschlands oder ins Ausland. Ehemalige Mitglieder der ersten Gruppe wohnen nicht mehr in München, oder sind schon, knapp, draußen geboren. Die Auswanderung, der Umzug, erfolgte wohl öfters aus wirtschaftlichen Motiven.

Zuwanderer
aus anderen Gegenden Bayerns, Deutschland, oder seltener, aus dem Ausland. Sie wohnen in München, sind vielleicht sogar hier geboren, oder eben die Nachkommen von Zuwanderern. Auch hier stehen wohl wirtschaftliche Motive in Vordergrund.

Vertriebene
die das Kommen nicht freiwillig vollzogen haben, sich in München aber auch nicht zu Hause fühlen. Sie können und wollen ihre Heimat, die ja nicht in München liegt, nicht vergessen.

Flüchtlinge
die den Verlust ihrer Heimat, die sie gerade noch lebend verlassen haben können, betrauern. Auch sie fühlen sich hier nicht zu Hause.

Gestrandete
die es aus irgendeinem Grund nach München verschlagen hat, und die nun, aus sicher nicht immer demselben Grund, von hier nicht mehr weg wollen.

Diese Motivationen könnte man folgendermaßen zusammenfassen:

Motive für Mobilität:
wirtschaftliche (Ausbildung oder Arbeit)
politische (Vertreibung, Flucht)

Motive fürs Hierbleiben:
Verwurzeltsein (Geburt, Vorfahren)
Wohlstand (Ausbildung, Arbeitsplatz, Kulturangebote)
Alternativlosigkeit (Hier gehts mir doch gut)

Teilweise sind die Motive auch verknüpft:

Weil es so viele gut bezahlte Arbeitsplätze gibt, können sich die Inhaber derselben auch teure Kultur leisten.

Familienforschung in München muß notwendigerweise einige dieser Motivationen verbinden.
Klar: Echte Münchner suchen hier Spuren ihrer Münchner Vorfahren. Aber auch Vertriebene, Flüchtlinge oder Gastarbeiter sind vielleicht schon in der zweiten und dritten Generation hier und müssen sich erst mal durch die Leben ihrer Münchner Vorfahren arbeiten, bis sie in deren Heimat gelangen. Die Grenze des Interesses an München und seiner Vergangenheit liegt wohl dort, wo man noch persönlichen Kontakt, eigene Erinnerungen, an Vorfahren hatte, die vertrieben wurden, geflüchtet oder eingewandert sind. Das muß aber nicht zur Folge haben, daß man München nun als Heimat empfindet und hierbleiben will.

Im Großen und Ganzen nehme ich an, daß die heutige produktive Generation starke nomadische Züge trägt. Das bedingt sich gegenseitig mit den inzwischen wenig ausgeprägten Eigenheiten von Städten deutschland- und weltweit. Man/frau/weißnicht legt Wert darauf, weltweit den gleichen Hamburger essen zu können, und den gleichen Typ Mensch dort anzutreffen.

Also auch in München:
International identisches Fastfood
Die gleichen Filialisten beim Shopping
Ein weltweit angeglichenes Kulturangebot

Den Rest gibt’s ja, über den ganzen Planeten identisch, im Internet.

Warum also Familienforschung in München? Und: Wer will denn solche betreiben?

Es kommt allerdings noch ein Aspekt dazu:

Durch die politischen Machtverhältnisse bedingt ist in München manches konzentriert, das seinen Ursprung zu einem mehr oder weniger großen Teil nicht vor Ort hatte, zum Beispiel ein Großteil der Archivalien von Institutionen wie dem Hauptstaatsarchiv (ganz Bayern), dem Staatsarchiv München (Oberbayern), oder auch dem Archiv der Erzdiözese München und Freising. Und einige, teilweise die meisten, der Dokumente sind so umfangreich, daß sie (noch) nicht online weltweit erreichbar sind.

Was also kann man Interessenten an Münchner Eigenheiten bieten?

Archive:
staatliche (BayHStA, StAM)
städtische (Stadtarchiv)
private (BR, IHK, Institut für Zeitgeschichte)
kirchliche (Erzdiözese, innerhalb der Schutzfristen)

Friedhöfe:
städtische (Nord-, Süd-, West-, Ost-Freidhof, Bogenhauser, Haidhauser, Feldmochinger Friedhof, etc.)
jüdische (alt und neu)

Gebäude:
historische (alt)
historische (vor 1945)
moderne (nach 1945)

Veranstaltungen:
traditionsbezogene (Schlesier, etc.)
anlaßbezogene (Revolution in München, etc.)

Kontakte:
zu noch hier lebenden Vorfahren

Willkommen in München!

Herzlich willkommen in der Weltstadt mit Herz, in der Sie ja möglicherweise Verwandte haben, oder gehabt haben, oder gar selbst hier leben.

Ich, Werner Liegl – Ihr Webmaster, jedenfalls bin hier geboren und vor gut 10 Jahren auf die Ahnenforschung gestoßen. Der eigentliche und heftige Startpunkt war allerdings, als wir die Hinterlassenschaften unseres Vaters im Jahre 2012 gesichtet und unter uns Geschwistern verteilt haben. Damals habe ich mir die Familiendokumente gesichert, und nun neben mir in gut 15 Leitzordnern stehen.

Vor diesem Vorgehen kann ich nur warnen. Es läßt Sie nicht mehr los, es verschlingt einen Großteil Ihrer Freizeit, es treibt Sie vor den PC und in Archive, an denen es in München nicht mangelt. Die gute Nachricht allerdings: Andere Hobbies können deutlich teurer sein und Ihr geerbetes Familienvermögen doch deutlich schneller auffressen.

Zur Sache:
In den 10 Jahren meiner Forschertätigkeit, genauer, in den letzten 5 davon, habe ich reichlich Erfahrungen sammeln können. Und dies hauptsächlich in München, da beide vorhergehenden Genarationen, meine Eltern und meine Großeltern, in München gelebt und dabei Spuren hinterlassen haben, die verfolgen konnte.

Davon möchte ich auf dieser Website Einiges darstellen.

Viel Spaß dabei!